Hüftschmerzen sind nicht gleich Hüftschmerzen. Manche Betroffene spüren sie außen an der Hüfte, andere tief im Gesäß oder in der Leiste. Bei manchen steht gar nicht der Schmerz im Vordergrund, sondern das Gefühl, dass die Hüfte immer unbeweglicher wird.
Schuhe anziehen, ins Auto steigen, Treppen steigen oder längere Strecken gehen: Bewegungen, die früher selbstverständlich waren, werden zunehmend schwierig.
Die hier beschriebenen Inhalte stellen kein Heilversprechen dar und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Nicht immer erklärt ein Befund am Hüftgelenk diese Beschwerden vollständig. Denn auch dauerhaft verspannte Muskeln und Faszien können Schmerzen verursachen und die Beweglichkeit einschränken. Hinzu kommen Veränderungen der Körperstatik und Kompensationsmuster, die sich über Jahre aufgebaut haben können.
Deshalb schaue ich bei Hüftbeschwerden nicht nur auf das Hüftgelenk. Mich interessiert auch: Wie steht das Becken? Wie beweglich sind Rücken und Beine? Gibt es alte Verletzungen? Und welche Haltungs- oder Bewegungsgewohnheiten könnten die Beschwerden aufrechterhalten?
Schmerzen außen an der Hüfte werden häufig als Hüftgelenkschmerzen wahrgenommen. Das Hüftgelenk selbst liegt jedoch tiefer und weiter innen. An der Außenseite befinden sich vor allem Muskeln, Sehnenansätze und Faszien. Auch sie können Schmerzen verursachen.
In der Untersuchung finden sich hier häufig druckempfindliche und verspannte Bereiche in der seitlichen Gesäß- und Hüftmuskulatur. Manche Betroffene können nachts kaum auf der entsprechenden Seite liegen. Andere spüren die Schmerzen vor allem beim längeren Gehen oder Stehen.
Interessant ist dann die Frage, warum diese Strukturen dauerhaft unter Spannung stehen.
Ein häufiges Muster ist das Stehen auf immer demselben Bein. Auch das Tragen eines Kindes auf einer Hüfte, schiefes Sitzen oder Schonhaltungen nach alten Verletzungen können dazu führen, dass eine Körperseite über Jahre anders belastet wird als die andere.
Das geschieht meist unbewusst. Irgendwann fühlt sich die schiefe Haltung völlig normal an.
Hüftbeschwerden können auch tief im Gesäß oder im hinteren Hüftbereich wahrgenommen werden. Hier liegen große und kleine Gesäßmuskeln sowie tiefer gelegene Muskeln, die das Bein im Hüftgelenk bewegen und stabilisieren.
Sind diese Muskeln dauerhaft angespannt, können sie lokal schmerzen. Gleichzeitig beeinflussen sie die Stellung und Beweglichkeit des Beckens.
Deshalb treten Hüft- und Gesäßbeschwerden nicht selten gemeinsam mit Beschwerden im unteren Rücken oder im Bereich des ISG auf.
Wo der Schmerz wahrgenommen wird, sagt also nicht automatisch, wo das Problem begonnen hat.
Schmerzen in der Leiste werden häufig mit dem Hüftgelenk in Verbindung gebracht. Das ist auch möglich. Es gibt jedoch weitere Strukturen, die Beschwerden in diesem Bereich verursachen können.
Eine Rolle kann zum Beispiel die Hüftbeugemuskulatur spielen. Diese Muskeln sind beim Sitzen über viele Stunden in einer gebeugten Position. Stehen sie dauerhaft unter hoher Spannung, kann es zunehmend schwerfallen, die Hüfte vollständig zu strecken.
Das fällt manchmal erst beim Gehen auf. Das Bein wird kaum noch nach hinten geführt, die Schritte werden kleiner oder der Oberkörper bleibt leicht nach vorne geneigt.
Auch hier interessiert mich nicht nur, welcher Muskel schmerzt. Entscheidend ist, warum die Spannung entstanden ist und wodurch sie im Alltag immer wieder aufrechterhalten wird.
Leistenschmerzen können allerdings viele unterschiedliche Ursachen haben. Deshalb sollten sie medizinisch abgeklärt werden, bevor eine körpertherapeutische Behandlung beginnt.
Nicht jeder kommt wegen starker Schmerzen in meine Praxis. Manchmal beginnt das Problem viel unspektakulärer: Die Hüfte fühlt sich steif an.
Das Schuheanziehen wird schwieriger. Beim Einsteigen ins Auto muss das Bein mit der Hand nachgeholfen werden. Tiefes Sitzen oder Hocken funktioniert nicht mehr wie früher. Oder beim Gehen fällt auf, dass ein Bein weniger weit nach hinten kommt.
Dann stellt sich die Frage: Was begrenzt die Bewegung?
Neben Veränderungen im Hüftgelenk kann auch dauerhaft angespannte Muskulatur die Beweglichkeit deutlich einschränken. Je nachdem, welche Muskeln betroffen sind, können Beugung, Streckung oder Drehbewegungen der Hüfte erschwert sein.
Deshalb untersuche ich nicht nur, wie weit sich das Gelenk bewegen lässt. Ich schaue auch darauf, welche Muskeln die Bewegung möglicherweise festhalten und wie sich Becken und Wirbelsäule dabei verhalten.
Wird im Röntgenbild eine Hüftarthrose festgestellt, scheint die Erklärung für die Beschwerden zunächst gefunden.
Eine Arthrose ist ein realer Befund und muss ernst genommen werden. Trotzdem lohnt sich die Frage, ob sie Art und Ausmaß der Beschwerden vollständig erklärt.
Denn zusätzlich können verspannte Muskeln, Faszien, Schonhaltungen und veränderte Bewegungsmuster vorhanden sein. Wer aufgrund von Schmerzen über längere Zeit anders geht oder ein Bein entlastet, verändert damit wiederum die Belastung von Hüfte, Becken und Rücken.
So können sich mit der Zeit weitere Spannungsmuster entwickeln.
Eine bestehende Arthrose kann ich mit meiner Behandlung nicht rückgängig machen. Ich kann aber untersuchen, ob zusätzlich muskuläre und funktionelle Faktoren vorhanden sind, an denen sich arbeiten lässt.
Unser Körper funktioniert nicht in einzelnen Gelenken. Bei jedem Schritt müssen Fuß, Knie, Hüfte, Becken und Wirbelsäule zusammenarbeiten.
Verändert sich etwas in dieser Kette, reagiert der Körper darauf.
Ein alter umgeknickter Fuß kann zum Beispiel dazu führen, dass ein Bein längere Zeit anders belastet wird. Das Becken passt sich an. Andere Muskeln müssen mehr arbeiten, um den Körper trotzdem stabil zu halten.
Dasselbe kann nach Knieverletzungen, Operationen oder länger bestehenden Rückenschmerzen passieren.
Solche Kompensationen sind zunächst sinnvoll. Sie ermöglichen uns, trotz einer Einschränkung weiterzugehen und unseren Alltag zu bewältigen. Problematisch wird es, wenn der Körper dieses Ausweichmuster beibehält, obwohl der ursprüngliche Anlass längst vorbei ist.
Genau deshalb schaue ich bei Hüftbeschwerden auch auf Strukturen, die zunächst weit vom eigentlichen Schmerz entfernt erscheinen.
Bei Hüftbeschwerden möchte ich zunächst verstehen, wie sie entstanden sind.
Wo genau treten die Schmerzen auf? Bei welchen Bewegungen? Gibt es Bewegungen, die nicht mehr möglich sind? Wie stehen und gehen Sie? Gab es frühere Verletzungen oder Operationen? Sitzen Sie viel? Stehen Sie häufig auf demselben Bein?
In der körperlichen Untersuchung überprüfe ich die Beweglichkeit von Hüfte, Becken und Wirbelsäule und taste die beteiligte Muskulatur und das Fasziengewebe ab. Dabei zeigen sich häufig konkrete Spannungsmuster und druckempfindliche Bereiche.
Je nach Befund kombiniere ich Pohltherapie® und FOI®.
Mit der Pohltherapie® arbeite ich an dauerhaft angespannten Muskeln und Faszien. Gleichzeitig geht es darum, Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten zu erkennen, die diese Spannung immer wieder herstellen.
Mit der FOI® untersuche ich zusätzlich die Gelenkfunktion und mögliche Kompensationsketten. Dabei spielen neben Hüfte und Becken auch Wirbelsäule, Knie und Fuß eine Rolle.
Welche Methode im Vordergrund steht, hängt davon ab, was ich bei Ihnen finde.
Ergänzend erhalten Sie Übungen und konkrete Hinweise für Ihren Alltag. Denn wenn eine bestimmte Haltung oder Bewegung über Jahre zu einem Spannungsmuster beigetragen hat, sollte genau dort auch etwas verändert werden.
Wichtiger Hinweis
Die hier genannten Beschwerden sollten immer zuerst medizinisch abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen. Meine Behandlung ergänzt die medizinische Versorgung, sie ersetzt sie nicht.
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten gestellten Fragen zum Thema Hüftbeschwerden und Hüftschmerzen
Ja. Nicht jeder Schmerz im Bereich der Hüfte entsteht direkt im Hüftgelenk.
Vor allem an der Außenseite der Hüfte und im Gesäß liegen große Muskelgruppen, Sehnenansätze und Faszien. Stehen diese Strukturen dauerhaft unter hoher Spannung, können sie selbst Schmerzen verursachen.
In der Tastuntersuchung sind solche Bereiche häufig deutlich druckempfindlich. Trotzdem können sie im MRT oder Röntgen unauffällig sein.
An der Außenseite der Hüfte befinden sich verschiedene Muskeln und Sehnenansätze. Sind diese Strukturen gereizt oder dauerhaft angespannt, kann der zusätzliche Druck beim Liegen auf der betroffenen Seite schmerzhaft sein.
Warum diese Spannung entstanden ist, kann sehr unterschiedlich sein. Einseitiges Stehen, veränderte Bewegungsmuster oder Schonhaltungen können dabei eine Rolle spielen.
Anhaltende seitliche Hüftschmerzen sollten orthopädisch abgeklärt werden.
Ja, das ist möglich. Unter anderem verlaufen Hüftbeuger und weitere Muskeln durch den vorderen Hüft- und Beckenbereich.
Stehen diese Muskeln dauerhaft unter hoher Spannung, können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen entstehen. Besonders die Streckung der Hüfte kann betroffen sein.
Leistenschmerzen können allerdings auch andere Ursachen haben. Deshalb sollte zunächst eine medizinische Abklärung erfolgen.
Weil eine eingeschränkte Beweglichkeit nicht automatisch bedeutet, dass ein Muskel einfach nur zu kurz ist.
Ein Muskel kann dauerhaft angespannt sein und sich nicht mehr vollständig entspannen. Auch Gelenkeinschränkungen oder Kompensationsmuster können Bewegungen begrenzen.
Dann reicht Dehnen allein häufig nicht aus. Zunächst muss geklärt werden, was die Bewegung tatsächlich einschränkt.
Sehr viel. Hüfte, Becken, ISG und Lendenwirbelsäule bewegen sich nicht unabhängig voneinander.
Ist ein Bereich eingeschränkt, müssen andere Strukturen häufig mehr Bewegung oder Belastung übernehmen. So können sich über längere Zeit Kompensationsmuster entwickeln.
Deshalb untersuche ich bei Hüftbeschwerden auch Becken und Wirbelsäule und nicht ausschließlich die schmerzende Hüfte.
Das ist möglich. Nach einer Verletzung verändern wir automatisch unsere Bewegungen. Wir entlasten beispielsweise einen Fuß oder ein Knie und verlagern mehr Gewicht auf die andere Seite.
Das ist zunächst eine sinnvolle Reaktion.
Manchmal bleibt dieses Bewegungsmuster aber bestehen, obwohl die ursprüngliche Verletzung längst verheilt ist. Über längere Zeit können dadurch andere Bereiche stärker belastet werden. Auch die Hüfte kann Teil einer solchen Kompensationskette sein.
Deshalb untersuche ich bei Hüftbeschwerden auch Becken und Wirbelsäule und nicht ausschließlich die schmerzende Hüfte.
Eine Arthrose lässt sich durch Pohltherapie® oder FOI® nicht rückgängig machen.
Trotzdem können neben der Arthrose weitere Faktoren zu den Beschwerden beitragen. Dazu gehören verspannte Muskeln und Faszien, Schonhaltungen, eine eingeschränkte Beweglichkeit oder veränderte Belastungsmuster.
In der Untersuchung lässt sich feststellen, ob solche zusätzlichen Faktoren vorhanden sind. Ob und in welchem Umfang eine Behandlung sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab.
Deshalb untersuche ich bei Hüftbeschwerden auch Becken und Wirbelsäule und nicht ausschließlich die schmerzende Hüfte.
Mein Ansatz richtet sich an Menschen mit chronischen oder wiederkehrenden Hüft- und Leistenschmerzen sowie Bewegungseinschränkungen, bei denen muskuläre oder funktionelle Faktoren eine Rolle spielen können.
Besonders häufig kommen Patienten zu mir, deren Beschwerden schon länger bestehen oder bei denen ein vorhandener Befund die Stärke der Beschwerden nicht vollständig erklärt.
Wichtig ist eine vorherige medizinische Abklärung. Wer bereit ist, auch die eigenen Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten anzuschauen und aktiv mitzuarbeiten, ist bei mir richtig.
Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, was hinter Ihren Beschwerden steckt. Rufen Sie mich unverbindlich an, um Fragen zu klären oder buchen Sie direkt einen Termin.
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