Der Beckenboden besteht aus mehreren Muskelschichten. Wie jede Muskelgruppe im Körper kann er dauerhaft unter zu hoher Spannung stehen, was die unterschiedlichsten Beschwerden verursachen kann. Oftmals werden diese gar nicht mit der Muskulatur oder dem Bindegewebe in Verbindung gebracht.
Die hier beschriebenen Inhalte stellen kein Heilversprechen dar und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Was viele nicht wissen: Ein hypertoner, also überspannter Beckenboden verursacht ganz andere Beschwerden als ein schwacher. Häufige Beschwerden wie Harndrang, Blasendruckgefühl oder Unterleibsschmerzen werden selten mit Muskelspannung in Verbindung gebracht. Dabei ist genau das in vielen Fällen die Ursache.
Ein in der schulmedizinischen Praxis selten untersuchter Zusammenhang: Chronisches Baucheinziehen, also die gewohnheitsmäßige Dauerspannung der tiefen Bauchmuskulatur, kann den Druck im Bauchraum dauerhaft erhöhen und Blase sowie Beckenboden belasten. Muskeln, die über Jahre unbewusst angespannt gehalten werden, verlieren ihre Fähigkeit, sich vollständig zu entspannen. Der Beckenboden steht zudem in direkter Verbindung mit den Adduktoren, dem Zwerchfell und der Lendenwirbelsäule, was erklärt, warum Beckenbodenbeschwerden oft von Rückenschmerzen, Atemeinschränkungen oder Leistenschmerzen begleitet werden.
Häufiger Harndrang, Druckgefühl in der Blase, das Gefühl, nie vollständig zu entleeren oder umgekehrt: Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Wenn Urologie und Gynäkologie keinen organischen Befund finden, werden diese Beschwerden oft als Reizblase eingestuft. Was dabei häufig übersehen wird: Dauerkontraktionen in der Bauch-, Beckenboden- und Adduktorenmuskulatur können die Blase funktionell beeinflussen, ohne dass in der Bildgebung etwas sichtbar ist.
Typische Auslöser solcher Spannungsmuster sind das dauerhafte Einziehen des Bauches, das unbewusste Zusammenpressen der Oberschenkel, langes Sitzen, Kaiserschnittnarben oder Kältetraumen. Auch beruflich bedingtes Harnverhaltstraining, etwa bei Menschen, die über Stunden keine Toilettenpause machen können, kann zu chronischen Verspannungen führen, die sich nicht von selbst lösen.
CPPS (Chronic Pelvic Pain Syndrome) und chronische Prostatitis ohne bakteriellen Befund gehören zu den Beschwerden, bei denen Männer oft eine lange Odyssee durch urologische Praxen hinter sich haben. Antibiotika helfen nicht, weil keine Infektion vorliegt. Die eigentliche Ursache liegt in vielen Fällen in Dauerspannungen der Unterbauch- und Beckenbodenmuskulatur, der Oberschenkelmuskulatur und der umliegenden Strukturen inkl. dem Bindegewebe. Sie sind tastbar, behandelbar, werden aber in der Bildgebung nicht erfasst.
Schmerzen im Unterbauch, die sich nicht durch gynäkologische oder gastroenterologische Befunde erklären lassen, sind ein häufiges und belastendes Problem. Verspannte Bauch- und Beckenbodenmuskulatur kann Schmerzen erzeugen, die sich wie Entzündungen, Krämpfe oder Druckgefühle anfühlen, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Narben nach Operationen im Unterbauch, etwa nach Kaiserschnitt oder Appendektomie, können das umgebende Bindegewebe dauerhaft verändern und Spannungsmuster erzeugen, die weit über die eigentliche Narbenstelle hinauswirken.
Starke Menstruationsschmerzen werden häufig als unvermeidlich hingenommen. Tatsächlich können Dauerverspannungen der Beckenbodenmuskulatur und der tiefen Bauchmuskulatur Menstruationsschmerzen erheblich verstärken – weil sich die Gebärmutter gegen eine ohnehin angespannte Umgebung kontrahiert. Eine gynäkologische Abklärung ist wichtig, um Ursachen wie Endometriose auszuschließen. Wenn diese erfolgt ist, kann die gezielte Behandlung muskulärer Spannungsmuster im Beckenbereich ein sinnvoller ergänzender Ansatz sein.
Operationen im Unterbauch und Geburten hinterlassen häufig Narbengewebe, das das umliegende Bindegewebe verändert. Dadurch können sich Zugspannungen aufbauen, die oft erst Monate oder Jahre später zu Beschwerden führen. Die Arbeit am Narbengewebe und den umgebenden Faszien ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Beckenbodenbeschwerden erfordern eine genaue Analyse: Welche Strukturen sind beteiligt? Gibt es Narben, Fehlhaltungen oder Gewohnheiten, die Spannungen aufrechterhalten? In der Tastuntersuchung lassen sich Verspannungen in Bauch-, Beckenboden- und Adduktorenmuskulatur sowie Veränderungen im Bindegewebe gut erfassen.
Mit der Pohltherapie® arbeite ich an Dauerkontraktionen in der Beckenboden- und Bauchmuskulatur und an Narbengewebe im Bindegewebe. Die FOI® adressiert ergänzend Blockaden in Lendenwirbelsäule und Becken, die Beckenbodenbeschwerden häufig begleiten.
Wichtiger Hinweis: Alle hier beschriebenen Beschwerden sollten ärztlich, urologisch oder gynäkologisch abgeklärt sein, bevor eine Behandlung bei mir beginnt. Mein Ansatz ergänzt die medizinische Versorgung und ersetzt sie nicht. Die hier beschriebenen Inhalte stellen kein Heilversprechen dar und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Wichtiger Hinweis
Die hier genannten Beschwerden sollten immer zuerst medizinisch abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen. Meine Behandlung ergänzt die medizinische Versorgung, sie ersetzt sie nicht.
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten gestellten Fragen zum Thema Beckenboden, Blase & Unterbauch
Ja. Ein hypertoner, also dauerhaft angespannter Beckenboden, kann die Blasenfunktion beeinträchtigen und Beschwerden wie häufigen Harndrang, Druckgefühl oder Entleerungsprobleme verursachen. Das Gegenteil eines schwachen Beckenbodens ist nicht zwingend ein gesunder. Auch zu viel Spannung ist ein Problem. Beckenbodentraining, das ausschließlich auf Anspannung setzt, kann diese Beschwerden sogar verschlimmern.
CPPS (Chronic Pelvic Pain Syndrome) bezeichnet chronische Beckenbodenschmerzen ohne nachweisbare organische Ursache. Bei Männern häufig als chronische Prostatitis ohne Bakterienbefund diagnostiziert. In vielen Fällen liegen Dauerspannungen der Beckenbodenmuskulatur und der umliegenden Strukturen vor. Diese lassen sich mit bildgebenden Verfahren nicht erfassen, sind aber in der Tastuntersuchung nachweisbar.
Weil bei der häufigsten Form, der chronischen abakteriellen Prostatitis, keine bakterielle Infektion vorliegt. Wenn trotzdem Schmerzen und Beschwerden bestehen, sind muskuläre Spannungsmuster im Beckenbodenbereich eine der häufigeren, aber am wenigsten bekannten Ursachen.
Ja. Narbengewebe nach Kaiserschnitt oder anderen Unterbauchoperationen kann das umliegende Bindegewebe dauerhaft verändern und Zugspannungen erzeugen, die sich als Unterleibsschmerzen, Blasendruckgefühl oder Rückenschmerzen äußern können. Oft erst Monate oder Jahre nach dem Eingriff.
Nicht immer. Beckenbodentraining, das ausschließlich auf Kräftigung und Anspannung ausgerichtet ist, kann bei einem bereits dauerhaft angespannten Beckenboden kontraproduktiv sein. Entscheidend ist, ob der Beckenboden wirklich zu schwach oder zu angespannt ist. Das erfordert eine individuelle Einschätzung.
Für Menschen mit chronischen Blasenbeschwerden, Beckenbodenbeschwerden, Unterleibsschmerzen oder CPPS. Vorausgesetzt, organische Ursachen wurden ärztlich ausgeschlossen. Die Behandlung richtet sich an Frauen und Männer.
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