Nacken, Kopf und Schultern bilden funktionell eine Einheit. Was in einem Bereich dauerhaft verspannt ist, beeinflusst meist auch die anderen. Oft unbemerkt und über lange Zeit. Ein vorgestreckter Kopf am Bildschirm belastet nicht nur die Nackenmuskulatur, sondern verändert die gesamte Statik des Schulter-Nacken-Bereichs, beeinflusst die Durchblutung und kann die kleinen Muskeln am Hinterkopf dauerhaft unter Spannung setzen. Genau diese Muster sind es, die häufig hinter chronischen Kopfschmerzen, Schwindel oder einem Nacken stecken, der sich nie wirklich entspannt.
Die hier beschriebenen Inhalte stellen kein Heilversprechen dar und ersetzen keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Der Kopf wiegt bis zu sechs Kilogramm. In aufrechter Haltung ist das kein Problem. Die Muskulatur ist kaum gefordert, weil alles gut ausbalanciert ist. Ist der Kopf jedoch dauerhaft nach vorne geneigt, etwa beim Blick auf Smartphone oder Bildschirm, steigt die effektive Last auf die Hals- und Nackenmuskulatur erheblich an. Die Muskeln müssen permanent dagegen halten und spannen sich mit der Zeit chronisch an.
Hinzu kommen individuelle Faktoren: Gleitsichtbrillen, die eine ungünstige Kopfhaltung erzwingen. Stress, der sich als hochgezogene Schultern und angespannter Nacken äußert. Oder alte Verletzungen wie Schleudertraumen, die Kompensationsmuster hinterlassen haben. Diese Spannungen sind tastbar und in der Bildgebung bleiben sie unsichtbar.
Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Kopfschmerzform. Ihre Ursache liegt in vielen Fällen in Dauerkontraktionen der Nacken- und Schultermuskulatur sowie der Muskulatur am Hinterkopf. Triggerpunkte in diesen Bereichen können Schmerzen erzeugen, die weit in den Kopf ausstrahlen. Zum Beispiel in die Stirn, die Schläfen oder hinter die Augen. Obwohl der eigentliche Ausgangspunkt im Nacken liegt.
Das erklärt, warum klassische Schmerztherapie hier oft nur kurzfristig hilft: Sie behandelt den Schmerz, nicht das Spannungsmuster, das ihn immer wieder auslöst.
Migräne ist komplex und hat viele Auslöser. Bei einem Teil der Betroffenen spielen muskuläre Faktoren eine nachweisbare Rolle: Triggerpunkte in der Nacken- und Schultermuskulatur können Migräneanfälle auslösen oder deren Intensität verstärken. Das bedeutet nicht, dass Migräne immer muskulär bedingt ist. Aber es bedeutet, dass dieser Aspekt in der Behandlung häufig zu wenig berücksichtigt wird.
Eine neurologische Abklärung ist bei Migräne immer sinnvoll und notwendig. Wenn diese erfolgt ist, kann die gezielte Behandlung muskulärer Spannungsmuster ein ergänzender Baustein sein.
Schwindel ohne klare Diagnose ist für Betroffene oft besonders belastend, weil er rätselhaft bleibt und das Vertrauen in den eigenen Körper erschüttert. Eine häufig übersehene Ursache: Verspannungen der Nackenmuskulatur und Blockaden im Bereich des Atlas und der oberen Halswirbelsäule können die Propriozeption beeinträchtigen. Also die Fähigkeit des Körpers, die eigene Lage im Raum wahrzunehmen. Die Folge können Schwindelgefühle sein, die sich neurologisch nicht erklären lassen.
Auch hier gilt: Eine Neurologische und HNO-ärztliche Abklärung muss immer zuerst erfolgen. Wenn organische Ursachen ausgeschlossen sind, lohnt der Blick auf muskuläre und strukturelle Zusammenhänge.
Bei allen diesen Beschwerden gehe ich der Frage nach: Wo haben sich Spannungsmuster aufgebaut und was hält sie aufrecht? Alltagsgewohnheiten, Haltungsmuster, alte Verletzungen, Stress? In der Tastuntersuchung finden sich bei chronischen Nacken- und Kopfbeschwerden fast immer konkrete Befunde: verhärtete Muskelstränge, druckschmerzhafte Triggerpunkte, eingeschränkte Beweglichkeit einzelner Wirbelsegmente.
Je nach Beschwerdebild kombiniere ich Pohltherapie® und FOI®. Die Pohltherapie® arbeitet an Dauerkontraktionen in Nacken- und Schultermuskulatur und macht unbewusste Spannungsmuster wieder wahrnehmbar. Die FOI® adressiert Blockaden in der Halswirbelsäule und am Atlas. Oft reicht eine sanfte Mobilisierung dort, damit sich Beweglichkeit und Beschwerden verändern können. Ergänzend erhalten Sie Übungen und konkrete Alltagshinweise.
Wichtiger Hinweis
Die hier genannten Beschwerden sollten immer zuerst medizinisch abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen. Meine Behandlung ergänzt die medizinische Versorgung, sie ersetzt sie nicht.
Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten gestellten Fragen zum Thema Kopf- und Nackenschmerzen
Die Behandlung setzt oft am Schmerzort an, nicht an der Ursache. Nackenschmerzen entstehen häufig durch eingescannte Haltungsmuster, also Gewohnheiten, die der Körper automatisch ausführt. Solange diese Muster bestehen, kehren die Verspannungen zurück. Der entscheidende Schritt ist, diese Muster bewusst zu machen und gezielt zu verändern.
Ja, Verspannungen und Triggerpunkte in der Nacken- und Hinterkopfmuskulatur können Schmerzen auslösen, die weit in den Kopf ausstrahlen. Dieses Phänomen ist gut dokumentiert und erklärt, warum manche Kopfschmerzen trotz unauffälliger Bildgebung bestehen bleiben.
Spannungskopfschmerzen äußern sich meist als dumpfer, beidseitiger Druck. Oft ausgelöst durch Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Migräne äußert sich typischerweise als einseitiger, pulsierender Kopfschmerz – oft begleitet von Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit. Die Abgrenzung ist nicht immer eindeutig und bei beiden Formen können muskuläre Faktoren eine Rolle spielen. Eine neurologische Abklärung ist in jedem Fall sinnvoll.
Bei Schwindel sind vor allem Muskeln und Bindegewebspartien in Dauerkontraktion, die an der Ausrichtung in der Schwerkraft beteiligt sind. Am häufigsten die Nackenmuskulatur. Diese Muskeln sind gleichzeitig wichtige Informanten des Gehirns über die Stellung und Lage des Körpers im Raum. Sind sie dauerhaft verspannt, liefern sie fehlerhafte Signale, was sich als Schwindel, Benommenheitsgefühl oder Unsicherheit äußern kann.
Kopfschmerzen entstehen auf ähnlichem Weg: Dauerkontraktionen in der Nacken-, Schläfen- und Hinterkopfmuskulatur können Schmerzen erzeugen, die weit in den Kopf ausstrahlen – auch wenn der eigentliche Ausgangspunkt im Nacken liegt. Dass Schwindel häufig gemeinsam mit Kopfschmerzen, Nackenschmerzen oder chronischer Übelkeit auftritt, ist kein Beleg für eine psychische Ursache. Es weist darauf hin, dass all diese Beschwerden eine gemeinsame Basis haben: Dauerkontraktionen in Muskulatur und Bindegewebe.
Der Atlas ist der oberste Halswirbel und trägt den Schädel. Blockaden oder Fehlstellungen in diesem Bereich können die umliegende Muskulatur beeinflussen, Nervenstrukturen reizen und die Propriozeption stören, also die Lagewahrnehmung des Körpers. Das kann sich als Kopfschmerz, Schwindel oder eingeschränkte Kopfdrehung äußern.
Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Es hängt davon ab, wie lange die Beschwerden bestehen, welche Muster beteiligt sind und wie aktiv der Patient mitarbeitet. Erste Veränderungen sind oft schon nach ein bis zwei Terminen spürbar. Eine realistische Einschätzung ist nach zwei bis drei Terminen möglich.
Lassen Sie uns gemeinsam herausfinden, was hinter Ihren Beschwerden steckt. Rufen Sie mich unverbindlich an, um Fragen zu klären oder buchen Sie direkt einen Termin.
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